Gegen
die Malaria, eine durch verschiedene Parasiten hervorgerufene tropentypische
Infektionskrankheit gibt es bis jetzt keine zugelassene Impfung. Seit Jahren
wird an der Entwicklung von Impfstoffen gearbeitet, keiner hat aber bis jetzt
das Stadium erreicht, dass er weltweilt zugelassenen werden kann. Erste Vorstufen
sind zur Zeit in der klinischen Erprobung bei Kindern in Afrika und Asien.
Nur eine regelmässige Medikamenteneinnahme mit gleichzeitigen Massnahmen
zum Mückenschutz können vor dem Ausbruch der Malariaerkrankung schützen.
Auch hier gibt es keinen 100 prozentigen Schutz.
Die Malariavorbeugung besteht deshalb aus 2 wichtigen Maßnahmen:
Dem Schutz vor Mückenstichen (Expositionsprophylaxe)
und der regelmäßigen Einnahme von Malariamedikamenten (Chemoprophylaxe).
Trotz aller Massnahmen ist es aber möglich, dass es zum Ausbruch der
Erkrankung kommen kann. Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten kann nicht
den Stich der Mücke und das Eindringen der Parasiten in das Blut verhindern,
wohl aber den Ausbruch der Erkrankung, wenn die Medikamente weiterhin nach
einem bestimmten Zeitschema eingenommen werden. Durch geeignete vorbeugende
Massnahmen wie Moskitonetze, möglichst imprägniert mit einem Insektizid
und die Anwendung von Repellents als Hautspray können der Stich der Mücken
verhindert werden.
Es stechen nur die weiblichen Mücken, überwiegend in der Dämmerung
und in der Nacht.
Einfache
und einheitliche Empfehlungen zur Malariavorbeugung sind durch die sich ständig
ändernde Situation der Malariaausbreitung und Empfindlichkeit der
Erreger auf Medikamente schwieriger geworden. Die
Empfehlungen können deshalb nicht schematisch erfolgen, sondern
müssen
für jeden einzelnen Reisenden individuell nach der Art der Reise, der
Reiseroute und der Unterkunft sowie der Jahreszeit erfolgen .
Hier muss unterschieden werden nach einer sog. Rucksackreise mit Unterkunft in einfachen Hotels , einem Aufenthalt in den Grossstädten der Tropenländer und besonders dem genauen Zielort der Reise. In den Grossstädten und an der Küste der Tropenländer ist das Risiko häufig geringer, aber immer noch vorhanden wie Malariafälle zeigen in der Stadt Kalcutta in Indien oder an der Küste von Kenia in den Urlauberzentren in Mombasa. Höher ist das Risiko einer Malariaerkrankung während der Regenzeit und bei Reisen in das Landesinnere. Besondere Beachtung gilt kleinen Kindern und schwangeren Frauen. Bei einer entsprechenden fachlichen Beratung rechtzeitig vor Reiseantritt muss dieses kein unkalkulierbares Risiko darstellen. In vielen Ländern gibt es gute Krankenhäuser und Ärzte vor Ort, die bei Verdacht auf eine Erkrankung aufgesucht werden können. Frühestens nach Ablauf von 8 Tagen in einem Malariagebiet kann es nach dem Stich einer Mücke, beladen mit Parasiten, zum Ausbruch der Erkrankung kommen mit hohem Fieber und Schüttelfrösten. Aber auch ein Aufenthalt von nur 2 – 3 Tagen in einem Malariagebiet kann zu einer Infektion führen. Häufig sind bei den vielen Kurzreisen die Reisenden wieder in Deutschland zu Hause und die Erkrankung bricht hier aus. Entscheidend ist, welcher Arzt zuerst aufgesucht wird und ob dieser rechtzeitig an eine Malariainfektion denkt und entsprechende Untersuchungen veranlasst. Bei rechtzeitiger Diagnosestellung und Beginn der Therapie darf es keine Todesfälle an Malaria mehr geben. Von den Malariaformen ist die Malaria tropica die gefährlichste. Sie kann bei nicht rechtzeitigem Therapiebeginn innerhalb von wenigen Tagen zum Tod führen. Wie alle Medikamente haben auch die zur Vorbeugung und Behandlung der Malaria eingesetzten Medikamente Nebenwirkungen. Diese müssen mit dem beratenden Arzt besprochen werden und es müssen eventuelle Alternativen aufgezeigt werden. Zur Malariavorbeugung muss das Medikament regelmässig nach einem bestimmten Zeitschema eingenommen werden. In der Regel sind diese Medikamente gut verträglich, bei einigen Medikamenten sind Komplikationen mit anderen Medikamenten möglich, die gleichzeitig eingenommen werden. Dieses betrifft z.B. Herzmedikamente und das Malariamedikament Mefloquin. Bei der Beratung mit dem Reisemediziner müssen deshalb alle Medikamente angegeben werden, die vom Reisenden eingenommen werden. Neuere Medikamente haben ein kürzeres Einnahmeschema wie Malarone ™, das dafür aber deutlich teurer ist.
Dr. Manfred Peters, Internist/ Pneumologie, Tropenmedizin
27. April 2006
DTG Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit